DAS HAUS IM HANG

HANGBAU ARCHITEKTUR IN TIROL

KATEGORIE: NEUBAU
FERTIGSTELLUNG: 2020
LAGE: ST. JODOK | TIROL - ÖSTERREICH

DIE VISION

Die Aufgabe bei diesem Projekt war, außergewöhnliche Umstände mit außergewöhnlichen Maßnahmen zu kontern. Alle auf den Geist einflussnehmende Eindrücke müssen dabei berücksichtigt werden. Ziel muss sein, jene Projizierung kompromisslos umzusetzen. In diesem Fall bedeutet dies, trotz der extremen Beschaffenheit der Umgebung eine Lösung zu finden, das Objekt im Einklang mit der Natur bestmöglich in ihre Umwelt zu integrieren. Die Gebirgsregion stellt unseren Ehrgeiz bezüglich der Einbettung der Gebäude in die Umwelt auf die Probe. Die Arbeit an Problemlösungen in solchem Terrain ist besonders intensiv. Extremsituation wirken inspirierend und schaffen den Rahmen für einen radikalen Kreativprozess. Extrem steile Hanglagen wie bei diesem Projekt in St. Jodok erfordern Querdenken und Flexibilität in der Planung. Ein Ringen zwischen Illusion und Realität. Am Ende steht ein Objekt, das für sich steht, bis ins Detail eingegliedert in die Bergwelt.

DIE UMSETZUNG

Das Einfamilienhaus in St. Jodok auf ca. 1300m Höhe stellt den Versuch dar, dem wertvollen alpinen Landschaftsraum gerecht zu werden. Ein Gebäude, das den Naturraum nicht nur passiv konsumiert, sondern in seiner Erscheinung und Nutzung bewusst an diesem teilhat. Es ist ein kubisch geformtes Haus, das durch die Holzverkleidung schlicht und leicht in Erscheinung tritt. Durch die sich im Untergeschoss befindende, zurückgestellte Einliegerwohnung tritt das aufliegende Obergeschoss leicht und schwerelos hervor. Als würde es schweben.  Ess-, Wohn- und Schlafbereich erstrecken sich über den südlichen Flügel des Obergeschosses von West nach Ost. Bei Tageslicht garantieren die horizontal durchlaufenden Fenster einen wunderbar wirksamen Lichteinfall und einen durch die enorm steile Hanglage bedingten, gewaltigen Blick ins Tal. Im Inneren bildet der Ofen das Zentrum.  Er dient zum Wärmen und als Ort zum Liegen, als Sitzfläche zum Lesen, ruhen oder beisammen sein. Trotz offen gestalteter Raumaufteilung schafft dies eine sehr intime, heimelige Atmosphäre. Nach außen begrenzen west- und ostseitig angelegt Terrassen das Gebäude. Steinschlichtmauern ermöglichen angeglichene gerade Gartenflächen trotz extremen Gefälles. Der Einsatz eines Rahmens aus heimischer Lerche rund um das Glas und die Betonelemente, die rustikalen Steinelementes Kamins sowie die Begrünung des Flachdachs untermauern die aktive Teilhabe des Gebäudes an der montanen Umgebung. Bei der Planung standen ein kostenschonender und einfacher bau im Mittelpunkt. Ein enger Budgetrahmen sowie der Wunsch des Bauherren die Holzelemente selbst umzusetzen erforderte unkomplizierte Lösungen. Dass Einfachheit optisch phänomenal sein kann, beweist einmal mehr dieses Projekt auf schwindelerregender Höhe.

Das Haus im Hang
Das Haus im Hang